Mobiles Internet – Wann kommt der Durchbruch?
Mathias | 16. Oktober 2008 um 21:15 |
In den letzen Tagen bin ich endlich mal dazu gekommen das Buch Web 2.0 von Tom Alby zu lesen, das ich bei einer Blogparade gewonnen habe. Ich bin noch mittendrin, jedoch lässt sich schon sehr gut einschätzen auf was der Autor hinaus will. Im eigentlichen Sinne geht es in “Web 2.0″ um die Konzepte, die Technik und die einzelnen Anwendungen und Web-Dienste, die das sogenannte Web 2.0 erst zum Web 2.0 machen. Alby versucht ein Bild zu zeichnen, von dem, was wir heute glauben als Web 2.0 bezeichnen zu müssen.
Tom Alby weist jedoch darauf hin, dass genau das, was wir heute als Web 2.0 erleben an sich erst die 1.0 Version ist. Zum einen hat es nie eine Produktdefinition für eine 2.0 Version gegeben. Zum anderen sieht der Web-Erfinder Tim Berners-Lee, welcher 1989 am CERN das Projekt World Wide Web vorlegte, seine definierte Version vom Web, die bereits alles das, was das heutige Web 2.0 darstellt, als die Version Web 1.0 an. Der Begriff Web 2.0 selbst stammt aus einer Brainstorming-Session auf der Tim O´Reilley, der bekannte Verleger, den Begriff erstmals verlauten ließ. Niemand hat je eine Version Web 2.0 definiert, geschweigedenn entwickelt. Der Begriff selbst wurde zum Selbstläufer.
Interessant ist jedoch die Entwicklung, die bis heute beschritten wurde. Angefangen habe ich auf dem C64 und dem Amiga. Damals hat sich noch niemand auch nur ansatzweise vorstellen können, dass es heute eine weltweite Vernetzung existiert. Jeder kann jeden jederzeit erreichen! Sekundenschnell, ob per Mail oder per VoiP oder sogar in einer Videokonferenz. Nicht nur die unaufhaltsam fortschreitende technische Entwicklung ist der Grund dafür, sondern auch die stetig fallenden Zugangspreise zum Internet. Ebenso trägt die Verbreitung von breitbandigen Zugängen zum Internet zu immer günstigeren Preisen zu dieser Entwicklung bei.
Was kommt als nächstes? Die Antwort ist das Das mobile Web und es ist auch schon da. In einem Forschungsbericht der Firma Deloite ist via Golem.de zu lesen, dass die Hürden für die Kunden bereits so niedrig sind, dass die mobilen Zugriffe steigen. Im Grunde genommen erleben wir derzeit eine parallele Entwicklung wie zu Zeiten des stationären Web. Die Preise für den Zugang sind in den letzen eineinhalb Jahren extrem gefallen. Damals waren die Preise noch horrend hoch. Heute bekommen wir bereits UMTS-Flats zum Preis einer DSL-Flat inkl. Telefonie. Natürlich ist heute kaum jemand bereit zusätzlich zum DSL-Vertrag noch einmal fast den gleichen Betrag für mobiles Internet auf den Tisch zu legen. Vor allem dann nicht, wenn die mobile Nutzung nur sporadisch stattfindet.
Der Weg ist meiner Meinung nach vorgezeichent und sollte die mobile Internet-Flat tatsächlich bald bei nur 10 Euro liegen, wie im Golem-Artikel zu lesen, dann dürfte das wohl auch den Durchbruch des mobilen Web bedeuten. Die Kunden fordern schon lange günstigere Zugangskonditionen. Fraglich in diesem Zusammenhang dürfte aber sein, wie sich die mobilen Zugangsanbieter, die Netzbetreiber, hier refinanzieren sollen? Wenig Kunden – hohe Preise, viele Kunden – niedrige Preise. Reicht das noch aus?

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@penzonator
Frisch gebloggt : Mobiles Internet – Wann kommt der Durchbruch? http://tinyurl.com/3n3asz
Oktober 16th, 2008 at 11:37 11martinwaiss
Ich glaube, daß das ganze Problem liegt nur noch in den Köpfen des Mainstreams und derzeit noch relativ schwachem Marketing, sonst sind IMHO alle Vorraussetzung für ein Mega-Boom bei HandyInternet längst erfüllt. Nur noch das “Umdenken” fehlt, dann kann’s losstarten. Hoffentlich bald.
Oktober 17th, 2008 at 9:56 09Mathias
Die Kosten sind jedoch auch ein Faktor, der nicht zu verachten ist, wie ich bereits schrieb. Gäb es eine Flat für 10€ wäre ich der Erste, der “always & everywhere on” ist.
Oktober 17th, 2008 at 10:06 10KMTO
Hi – das Thema bewegt mich auch immer mehr. Und es gibt bereits beeindruckende Zahlen zur mobilen Nutzung von Web 2.0, die selbst mich überrschat haben: http://blog.kmto.de/article/markennaehe (2. Absatz)
Der echte Durchbruch ist jedoch das iPhone, bei dem es ja zum ersten Mal einen mobilen Kombi- Vertrag von Telefonie und Daten gibt, vor allem aber clevere Anwendungen, die im Web 2.0 erst so richtig Sinn machen… (siehe http://blog.kmto.de/article/das-web-20-und-das-iphone) lg, Michael
Oktober 17th, 2008 at 10:38 10Mathias
Die Entwicklung ist in der Tat sehr interessant. Die Zahlen sind aber wohl eher gloable Angaben und nicht auf Deutschland bezogen, oder?
Und widersprechen muß ich Dir leider doch noch: Das iPhone ist mit Nichten, das erste Telefon, bei dem es eine solche Verknüfung. Im Markt sind solche Tarife schon länger Usus. Auch ähnliche Applikationen gab es schon früher. Das iPhone hat jedoch einen Hype um sich selbst ausgelöst, welcher durchschlagende Wirkung, sowohl auf den Mobilfunkmarkt, als auch auf das Web 2.0 und das mobile Web hat.
Oktober 17th, 2008 at 10:47 10rowi
Die Kosten für eine Flat oder vernünftigen Volumentarif sind in der Tat nicht mehr das Problem. Bei t-mobile und Vodafone schmerzt es zwar noch deutlich mehr als bei E-Plus und O2 aber letztlich sind auch diese in einem Bereich der vertretbar ist.
)
Oktober 17th, 2008 at 10:49 10Das betrifft aber nur “Online-Menschen” zu denen ich mich auch mal zähle denn diese *wollen* auch mobil Online sein und sehen dementsprechend im Paketpreis auch einen erstrebenswerten Mehrwert.
Entscheidend für einen Durchbruch ist aber, ab wann auch “normale” Menschen die Onlinedienste nutzen. Diese haben sich grösstenteils gerade erst an ein Handy gewöhnt und sind auch nicht unbedingt zu Hause always-on. Da sie die letzten Jahr(zehnte) auch ohne google im Supermarkt ausgekommen sind fehlt da einfach der Mehrwert und damit der Bedarf.
Der Ausweg besteht IMHO nur darin, die Kosten für Gelegenheitsnutzung massiv zu senken und dies für alle Tarife, nicht nur für die neuen und dies auch zu kommunizieren.
Das könnte z.B. so aussehen, dass die (kleineren) Volumenpakete kostenlos für jede SIM aktviert werden und mit einer SMS-Warnung rechtzeitig vor erreichen des Volumens kombiniert und auch beworben wird “die Internet-Taste haben sie schon, jetzt nehmen wir ihnen die Kostenangst” oder so ( (c) bei mir!
Denn die technischen Vorraussetzungen sind längst da, aber die Web/WAP-Taste ist für die meisten gedanklich tiefrot wegen der ausufernden Kosten. Der Durchbruch ist erst dann erreicht wenn auch meine Mutter im Supermarkt oder Buchladen bedenkenlos kurz was bei google nachsieht.
Mathias
Die Zielgruppen sind schon nicht so ganz unwichtig bei diesem Spiel. Bevor meine Eltern im Laden mal schnell über ihr Handy was googeln firert vermutlich eher die Hölle zu.
Aber die Gruppen, die sich heute schon mit einem solchen Medium, wie dem Internet beschäftigen und auch ein Handy haben dürften ausreichen.
Einen solchen Warndienst bei der Nutzung von mobilen Daten gibt es schon. Mit dem Copyright wird das dann wohl nichts mehr…
Vielen Dank für Deinen klasse Beitrag!
Oktober 17th, 2008 at 12:22 12Micha
Das Copyright wollte Rowi glaube ich auf den Slogan.
Ich glaube auch nicht, dass das iPhone die mobile Nutzung des Internets beschleunigen wird, wer kauft es sich schon außer den Apple-Romantikern?
Ich bin vor Jahren schon zu o2 gegangen, weil die das Surf&Email-Pack anboten, mit dem ich für 4,95€ im Monat zumindest unbegrenzt WAP-Seiten besuchen und E-Mails senden und empfangen konnte. Das habe ich schon sehr gern genutzt. Mittlerweile kann ich alle Intenetseiten über mein Smartphone ansurfen oder es gar als Modem an mein Netbook anschließen (ok, das habe ich noch nicht ausprobiert). Ich bin auch der Meinung, man sollte nicht nur an die Flat-Preise denken, sondern auch die wie auch immer getakteten Tarife überarbeiten, damit die gelegentliche Nutzung erschwinglich ist. So füttert man die Kunden an.
Oktober 17th, 2008 at 3:06 03