Abwahlverfahren gegen Schleswiger Bürgermeister jetzt auch im WWW
Mathias | 09. Januar 2009 um 10:55 |
Das Abwahlverfahren gegen den Schleswiger Bürgermeister Thorsten Dahl ist in vollem Gange. In der schleswiger Innenstadt sieht man an einigen Tagen die Damen und Herren Dahl-Gegner mit ihren Formularen zur Unterschriftensammlung durch die Straßen ziehen, oder findet sie am Aktions- und Infostand. Man gibt sich redlich Mühe, die nötigen 4.000 Unterschriften zusammen zu bekommen.
“Abwahlverfahren goes Multimedia”
Dabei scheut das Team um den Initiator der Aktion keine Kosten und Mühen. Die Aktionisten gehen jetzt mit der Zeit und bieten Herrn Dahl auch im Internet Paroli! Schließlich ist Herr Dahl ist bereits seit Langem im Internet auf der eigenen Homepage aktiv und nimmt dort stetig Stellung zu den Anschuldigungen gegen seine Person und informiert über das aktuelle Geschehen in Schleswig. Folglich hat sich wohl die Gruppe der Dahl-Gegner quasi gezwungen gesehen, nun auch im World Wide Web für die Abwahl-Aktion Stellung zu beziehen und die Werbetrommel zu rühren. So erreicht man jetzt auch den letzten Einwohner Schleswigs.
Die Web-Kapagne
Aber bezieht die Gruppe wirklich Stellung? Gibt es ausführliche Informationen und Argumente für eine Abwahl des amtierenden Bürgermeisters? Werden Gründe geliefert, warum ein schleswiger Bürger zum Stift greifen sollte? Die Initiatoren ergreifen hier nicht einmal die Gelegenheit sich der multimedialen Öffentlichkeit vorzustellen und ihre persönlichen Beweggründe darzulegen. Lediglich der Download eines Word-Dokumentes ist möglich – die Liste zur Unterschriftensammlung. Mir sind die eigentlichen Beweggründe zur Erstellung der Webseite nicht bekannt, aber in meinen Augen verfehlt diese statische und wenig informative, nüchterne Webpräsenz nicht nur das eigentliche Ziel, sondern ist schlicht überflüssig und genauso lächerlich, wie die gesamte Initiative selbst. Jedenfalls sehen moderne Kapagnen-Webseiten heute doch ein klein wenig anders aus.
Rechtliche Fettnäpfchen
Michael hat sich die Seite zum Abwahlvervahren auch bereits angesehen und stellt dazu zwei ebenfalls nicht ganz uninteressante Fragen:
1) Ist die Nennung des Names des Schleswiger Bürgermeisters im Domainnamen statthaft?
2) Ist das Impressum der Internetseite ausreichend?
Der Domain-Name der Seite korrelliert nicht mit dem Namens- bzw. mit dem Domainrecht, soweit ich dies als Laie beurteilen kann. Und das Impressum ist leider auch nicht vollständig. Hier fehlen Telefonnummer und E-Mailadresse zur “schnellen Kontaktaufnahme.” Ein fehlendes oder unvollständiges Impressum ist abmahnfähig, so stellt auch Herr Dahl dies auf seiner Webseite folgerichtig fest.
Zur “schnellen Kontaktaufnahme:”
Offensichtlich scheint der Webseitenbetreiber eine Kontaktaufnahme gar nicht zu wünschen, denn warum sonst fehlen diese Angaben? Es wird lieber auf den Briefkasten verwiesen, in den man die Unterschriftenliste stecken darf, oder auf das eigene Ladengeschäft im Stadtweg. Die armen Mitarbeiter, die hier nun dem Ansturm von Kunden und Listenüberbringern gleichzeitig gerecht werden müssen…

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Januar 9th, 2009 at 10:55 10