Kritische Lücke in Microblogging-Suche von Twingly?

Januar 21st, 2009 | Posted by Mathias in Microblogging | Twitter | Web2.0

Microblogging war  bereits in 2008 in aller Munde und es wird sich auch als Top-Thema durch das Jahr 2009 ziehen, wie es scheint. Grund dafür ist Twingly.

Twingly startet übergreifende Microblogging-Suchmaschine.

Die bekannte schwedische Blogsuchmaschine hat sich nunmehr an die Twitter API gehängt und macht damit alle Tweets der Twitter-PLattform durchsuchbar.

Twingly startet Twitter-Suche

Twingly startet Microblogging-Suche

Aber nicht nur das. Twingly durchsucht nicht nur Twitter. Das Novum dürfte sein, dass Twingly auch alle anderen verfügbaren Microblogging-Dienste durchsuchen kann. So werden neben Twitter auch identi.cajaiku und das im letzten Jahr geschlossene Pownce – um nur einige zu nennen, komplett durchsuchbar gemacht. Damit ist Twingly auf Schlag durchaus interessant.

Auch Nicole Simon lobt Twingly auf m140z.de dafür:

Auch wenn bei einem ersten Test die Suche auf Twitter unbefriedigend ausfiel – hier empfehle ich immer noch search.twitter.com – ist es die erste Suchmaschine über die anderen Microblogging-Dienste und erlaubt eine Einschränkung der Suchergebnisse auf diese.

Dem kann ich mich nur anschließen. Die twitter-eigene Suchfunktion bietet einige Feature, die Twingly noch fehlen. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, wann auch diese Feature folgen werden.

Kritsche Lücke

Einen Umstand, den ich jedoch sehr kritisch sehe, muß ich an dieser Stelle noch anbringen.  Angenommen ein Twitter-Nutzer hat sich bei einem Tweet verschrieben, oder ihm ist der Eintrag im Nachhinein unangenehm und passt nicht recht in sein Bild (z.B. aus Gründen der Onlinereputation), so kann der Nutzer seinen Tweet jederzeit auf Twitter löschen. Doch aufgepaßt: Die an Twitter angeschlossenen Dienste, wie z.B. Friendfeed und die Microblogging-Suchmaschinen haben die Tweets bereits erfaßt. Ein Hinweis zur Löschung wird seitens Twitter wohl nicht gesendet und es erfolgt seitens der Dienste scheinbar keine Abfrage, ob ein einmal indizierter Tweet gelöscht werden soll. Dies ist meiner Meinung nach schon als ziehmlich kritisch anzusehen. Einziger Ausweg ist die Funktion zum Schutz der eigenen Tweets auf Twitter zu nutzen. Nachteil daran ist, dass man jeden neuen Follower eingenhändig freischalten muß und zudem eine Hürde einbaut, vor der der vermeintlich zukünftige Follower oftmals zurückschreckt.

Auch Google erfasst Tweets. Selbst gelöschte Tweets findet man ebenfalls in Google indexiert. Es bedarf einer speziellen Suche via Google, um Tweets zu finden, aber letzlich sind die Tweets verfügbar.

Dieser Umstand könnte vielleicht einmal auf der MBC09 in Hamburg einmal diskutiert werden.

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3 Responses

  • rowi says:

    Das ist das gleiche „Problem“ wie immer: Was im Netz steht bleibt auch drin. Auch wenn du einen Blogartikel schreibst und nach 3 Minuten wieder löschst kann ihn in der Zeit auch Suchmaschine indexiert haben und der Artikel ist dann spätestens im Cache oder via archive.org u.ä. lesbar. Dagegen gibt es nur zwei Wege: 1. abschotten der Dienste nach ausssen oder 2. nicht twittern

  • Mathias says:

    Völlig Richtig! Wobei das abschotten der Dienste selbst durchaus möglich wäre. Twitter könnte sicherlich jedem Nutzer freistellen, ob er seine Tweets in Suchmaschinen finden will oder nicht. Z.B. in der Art einer Noindex-Funktion.

    Zudem müssen sich die Internet-Nutzer halt klar sein, dass wenn sie im Internet unterwegs sind, auch ihre Spuren zu finden sind. Entweder man ist drin, oder man lässt die Finger davon.

  • rowi says:

    ein noindex wird nicht funktionieren. Denn friendfeed ist eher ein API-Client wie twibble. Das würde bedeuten dass man seine follower auf die Benutzer des Webinterfaces einschränkt