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iPad – wohin geht die Reise?


Mathias | 10. April 2010 um 22:56 |

Apples neuester Streich ist  derzeit in aller Munde: das iPad. Neben der Produktpräsentation auf der Keynote im Januar, den Gerüchten, wann es wo zu welchem Preis erscheint und den allseits beliebten Unboxing-Videos auf Youtube, finden sich nun auch wieder einmal Leute, die ein teures Gadget erwerben und es in einem Zerstörungs-Video (Blendtec) in seine Einzelteile, bzw Bruchstücke, davon zerlegen. Zu Letzterem ist wohl kein weiterer Kommentar von Nöten.

Die Spiele-Schmiede Gameloft hat inzwischen einige Titel publiziert, welche die besonderen Eigenschaften des nerdigen Tools betonen. Die Trailer zu den Spielen, lassen alle ein grandioses Spiel-Erlebnis auf dem iPad erahnen. Aber dazu später mehr.

Doch wo geht die Reise mit dem iPad hin? Keine Frage, das iPad ist nach dem, was ich bisher in den Präsentationen und Videos dazu sehen konnte, wieder einmal ein Meisterstück aus dem Hause Apple. Einige Eigenschaften, die ich mir gewünscht hätte fehlen, aber diese werden sicher folgen, sobald genügend Geräte abgesetzt wurden und erst eine “Second-Edition” erscheint.

Zunächst einmal ist das iPad ein “aufgepumptes” iPhone, oder iPod Touch. Es hat die gleichen Feature, ist lediglich etwas größer und ist ein weiteres teures Produkt, das der Apple-Fan unbedingt besitzen muß, weil es cool ist. Klar, das Stück Technik so auf ein paar stumpfe Eigenschaften zu reduzieren ist dann doch etwas zu einseitig.

Anfänglich dachte ich, hier kommt nur ein weiterer dieser unsinnigen E-Book-Reader auf den Markt. Wenn ich ein Buch lesen will, dann gehe ich in meinem Lieblingsbuchladen, oder bestelle beim Online-Buchhändler meines Vertrauens. Ein Buch will ich in die Hand nehmen, in der Badewanne lesen, Passagen markieren, PostIts reinkleben, ein Eselsohr reinmachen, es in die Ecke feueren, unter mein Kopfkissen schieben, es verleihen, oder es sonstwie verunstalten oder in mein Bücherregal stellen. Das kann ich mit einem E-Book-Reader alles nicht unbedingt machen. Allein in der Badewanne wäre es wohl mehr als unpassend platziert und im Bücherregal ein einzelnes iPad zu bestaunen, macht auch keinen Sinn. Bei den E-Book-Readern ist und bleibt meine Meinung auch unverändert. Die Dinger sind Unsinn, zumal es hier noch immer keinen einheitlichen Standard gibt.

Beim iPad hingegen bin ich ein wenig anderer Meinung. Das iPad bietet im Vergleich zu einem Reader wesentlich mehr Flexibilität. Es kann zum Spielen genutzt werden, es kann als Web-Tablett eingesetzt werden, es kann einfache Office-Anwendungen, wenn man denn will, kann es als E-Reader herhalten, als Navi, als Telefon etcpp. Die Möglichkeiten sind hier wesentlich umfangreicher im Vergleich zu den E-Books.

Zudem schafft es Apple wieder einmal eine ganze Branche für eigene Zwecke zu benutzen. Zeitungsverlage entwickeln Apps, mit denen der geneigte Leser dann die Online-Ausgabe der Zeitung kaufen können soll. Und Apple verdient mit, ohne einen Handschlag dazu zu tun. Nico Lumma hat hier sehr schön auf den Punkt gebracht, wie die Verlage hier versuchen aus ihrer eigenen Misere zu befreien, sich jedoch nur noch weiter in die Abhängigkeit der “Internet-Industrie” (ich nenne es einfach mal so) begibt, auch wenn Apple nicht der Auslöser der Misere ist.

Doch werden Zeitungs-Leser sich dadurch besser monetarisieren lassen?  Lassen sich Internet-Nutzer zu treuen Online-Abonnenten konvertieren? Ändert sich die vielbschriene Kostenlos-Mentalität im Web durch kostenpflichtige Applikationen auf nerdigen und geekigen Endgeräten, nur weil sie “in” sind?

Ich glaube, ein iPad ist nichts weiter als eine neue mobile Spielekonsole, wie zum Beispiel die Sony PSP oder die Nitendo DSi. Das iPad mag ein paar wenige Möglichkeiten mehr haben, doch das reißt es in meinen Augen nicht raus. Der Web-Citizen ist heute nicht einfach nur Nutzer, sondern er ist Teil des Mitmachwebs. Mit dem iPad ohne eine gescheite Tastatur, ist jedoch meines Erachtens eine Teilnahme in den Social-Media Plattformen nicht wirklich möglich. Der Teilnehmer will Texte schreiben, Statusmeldungen absetzten, bloggen, Twitpicken und anderes mehr. Ohne Tastatur? Undenkbar!

Wohin also geht die Reise mit dem iPad? Was meint ihr? Ist es ein Tool, das in keinem Haushalt fehlen sollte? Ist es purer Unsinn, wie die E-Book-Reader dieser Welt? Ist es eine überproportionierte Spielekonsole?


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2 Comments


  1. Ano Thaguy

    Die Spiele auf dem iPad schauen echt geil aus – v.a. Strategiespiele á Die Siedler oder Anno müssen ein Hammer auf dem Teil sein.


  2. Siedler und Co kenne ich nicht, aber wenn Du Dir N.O.V.A mal ansiehst (Artikel oben verlinkgt, Keynote) dann stimmt das unbedingt.

    ;-)




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