Interview: Angry Birds Entwickler Vesterbacka über Erfolg und mobile Payment

Dezember 28th, 2010 | Posted by Mathias in Android | Apps | Google | mobile Gaming | mobile payment | SMS | Spiele

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via: Peter Vesterbacka, Maker of Angry Birds Talks about the Birds, Apple, Android, Nokia, and Palm/HP

Peter Vesterbacka, verantwortlich für Business Development bei Rovio, die Spieleschmiede hinter dem äußerst erfoglreichem Handy-Game Angry Birds, erläutert einige Keyfacts zur Entwicklung des Spieles, zu Statistikdaten, zum Marketing und zu den Game-Sales. Auf technmarketing.com erläutert er ferner, warum Rovio glaubt, dass auf Android Systemen könne man keinen Content verkaufen.

In gewisser Weise teile ich diese Meinung und der Erfolg von Angry Birds auf Android gibt Vesterbacka zudem Recht. Doch schauen wir uns das mal genauer an:

Der überwiegende Teil der Käuferschaft von Android-Handys, wählt bewußt ein Android-Handy, da hier ein vermeintlich offenes System genutzt werden kann. Es ist hier (fast) nicht nötig, sich irgendwelchen Zwängen zu unterwerfen, will man in die Welt der Mobilen-Apps eintauchen oder eines der aktuell gehypten Smartphones nutzen. Ein Zwang ist sich unter Googles Augen eine Mail-Adresse des Suchmaschinen-Anbieters anzulegen. Denn nur so, kann man überhaupt in den dortigen App-Store, den Market, gelangen.

Der Android-Market bietet heute bereits eine Riesenauswahl an Apps, vielleicht nicht ganz so viele wie im iTunes-App-Store, doch durchaus ausreichend, um eine Vielzahl von Funktionen seinem neuen Smartphone zuzufügen. Die meisten der Apps sind, wie auch Rovios Angry Birds, Free-Apps. Also kostenlose Apps. Bei diesen kostenlosen Apps, wird, wie auch in der Android Version von Angry Birds, Werbung eingeblendet. Will man diese Werbung nicht und möchte bei einigen Tools Zusatzfunktionen nutzen, muß man die “Vollversion” im Market erwerben, oder aus der Software heraus freischalten.

Um Software auf Android-Systemen über den regulären Market zu erwerben, oder freizuschalten, muss der Kunde sich bei Google-Checkout anmelden. Um über Checkout Zahlungen vornehmen zu können, muss man sich mit einer Kredit-Karte anmelden. Einzig T-Mobile USA Kunden, haben die Möglichkeit direkt über die Mobilfunkrechnung im Android-Market abzurechnen.

Dies ist also der zweite Zwang, dem sich Android-Nutzer unterwerfen müssen, wenn sie Apps kaufen möchten. Es gibt Alternativen, wie pdassi, AndroidPit, Handango, SlideMe, Getjar und andere, doch der reguläre Kunde, wird diese erst gar nicht oder nur nach intensiver Recherche finden. Die Zahlung in den Alternativen Shops erfolgt meist via Paypal.

Dies ist für Software- und Content-Anbieter natürlich eine Hürde. Viele Kunden wollen Ihre Kreditkarten-Daten nicht oder nur ungern im Netz bekanntgeben, erst Recht nicht ggü. Google. Verständlich!

Google könnte hier dem Markt, bzw. dem Market, einen ungeheuren Anschub geben, wenn die Abrechnung über die Mobilfunkrechnung in allen Ländern, bei allen Providern freigegeben werden würde. Ein Abrechnung über Paypal reicht hier auch nicht aus (Paypal soll in Kürze im Market verfügbar sein), denn nicht jeder hat ein Paypal-Konto und auch hier muß ich Kreditkarte, EC-Karte, oder Kontoinformationen einem weiteren Unternehmen im Internet verfügbar machen.

Der große Vorteil an der Bezahlung über die Mobilfunkrechnung ist neben der Einfachheit und der Schnelligkeit, dass der Kunde dem Mobilfunkanbieter bereits mit allen zur Abrechnung nötigen Daten bekannt ist. Der Mobilfunkanbieter übernimmt die Abrechnung gegenüber dem Kunden und agiert so, als Mittler zwischen Market, Content-Anbieter und Kunden. Die Abrechnung selbst erfolgt über ein TAN-Verfahren per SMS. Dieses Systematik ist seit Jahren im Markt etabliert und sicher.

Solange Google hier mauert, sind die Content- und Software-Anbieter gezwungen auf Android-Systemen über die Krücke der Werbefinanzierung ihr Business-Modell zu stützen. Davon profitiert allerdings Google noch einmal: die meist genutzte mobile Werbeplattform AdMob gehört ebenfalls zu Google.

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