Google pusht Google+ und die Abrechnung von Apps mit Ice Cream Sandwich

November 19th, 2011 | Posted by Mathias in Android | Apps | Google | Internet | mobile internet | mobile payment | Mobilfunk | SocialMedia

Aktuell gibt es über 200 Millionen vermarktete Android Handys. Wie man hört, habe Googles Betriebsystem damit Apple mit seinem iOS deutlich eingeholt. Zurzeit werden derzeit täglich 550.000 Android-Geräte weltweit aktiviert.

Seit der Aktivierung des ersten Android Handys, muss zudem jeder Android Nutzer beim ersten Start des Gerätes einen Google-Account angeben. Ohne diesen ist es kaum möglich sinnvoll einem Androiden zu nutzen. Schon der Zugriff auf den Android App Market, bleibt dem Nutzer ohne einen solchen Account verwehrt. Der Nutzer kann so lediglich in alternativen App-Märkten Software für sein Handy herunterladen, sofern alternative App Quellen aktiviert werden.

Man kann also davon ausgehen, dass es auch annähernd viele zusätzliche Google Accounts gibt, seitem das Betriebsystem zum Einsatz kommt. Spannend ist, dass Google mit der neuesten Betriebssystem Version Ice Cream Sandwich anbietet, gleich bei Googles sozialem Netzwerk Google Plus Mitglied zu werden und zeitgleich nach Kreditkarten-Daten fragt, wie Techcrunch berichtete:

One seemingly minor change that Google has introduced in the new version of Android, Ice Cream Sandwich, could actually have just as large an impact on the company as the various UI tweaks: anyone who enters their Google account credentials into the phone (which means, just about everyone) will be prompted to sign up for Google+. And they’ll also be prompted to enter their credit card information for purchases in Android Market.

Dies sind zwei höchst interessante Aspekte. Google schafft es mit diesem konsequenten Vorgehen immer mehr Menschen in das Google Öko-System zu ziehen und weitere Nutzer für Google Plus zu finden. Natürlich muss Google dabei auch sicherstellen, dass die neuen Google Plus Nutzer nicht nur mit dem Handy dort unterwegs sind. Es ist auch enorm wichtig für die Platform, die neuen Nutzer auf dem großen Bildschirmen zu erreichen. Dies sollte jedoch keine zu große Herausforderung werden, denn an sich gibt es keinen Unterschied zwischen mobilem Internet und dem “stationärem” Internet. Es ist immer das gleiche Internet, nur Zugangsweg und ab und an die Darstelung der Inhalte sind anders.

Der zweite Aspekt ist die Abfrage nach Kreditkarten Daten. Auf den ersten Blick ist auch dies konsequent. Zumindest in Nordamerika ist die Verbreitung von Kreditkarten sehr hoch und die Bereitschaft diese Daten zu hinterlegen, um via Google Checkout Apps im Android Market zu erweben dürfte ebenfalls höher sein als bei uns. In Europa ist die Verbreitung von Kreditkarten weniger hoch und vor allem stellt die Hinterlegung dieser Daten bei vielen Inhabern von Kreditkarten eine enorme Hürde dar. Google wird damit also eher weniger erfolgreich sein, als mit der Google Plus Integration.

Doch Google soll Gerüchten zufolge auch an der Integration von Paypal als Abrechnungssystem in Android arbeiten und ausserdem gibt es bei Google das Bestreben, die Abrechnung von App-Käufen direkt über die Handyrechnung  großflächig umzusetzen. Wenn dem Kunden im Aktivierungsflow die Wahl gelassen wird zwischen den jeweils verfügbaren Systemen zu wählen, dürfte der Erfolg um ein Vielfaches größer sein, an Daten zur Abrechnung von Diensten heranzukommen.

Am erfolgreichsten dürfte m.E. jedoch die Alternative des mobile Payments sein, also die Abrechnung von App-Käufen und Diensten direkt über die Handyrechnung. Es hat sich gezeigt, dass die Conversion Rates hier um ein Vielfaches höher sind, als bei Abrechung über Kreditkarten, Paypal und andere Zahlungssysteme. Der Vorteil des mobile Payment liegt vor allem beim Nutzer, denn er ist nicht gezwungen seine Konto- oder Abrechnungs Daten bei einem weiteren Anbieter zu hinterlegen. Die Abrechnung erfolgt einfach über die Telefonnumer des Mobilfunkanschlusses. Der Provider zieht das Geld für den Kauf einfach mit der Handyrechnung ein und leitet den Betrag an Google weiter. Zudem ist diese Zahlungsart für den Kunden sicher, denn der Kauf einer App im Market kann zum einen per PIN-Eingabe geschützt werden, zum anderen wird der Käufer sehr klar über kostenpflichtige Apps informiert. Nach dem Kauf bekommt der Kunde auf seinen Google-Mail-Account zudem entsprechende Bestätigungsmails über den Kauf.

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2 Responses

  • rowi says:

    Die Abfrage der Kreditkartendaten hat IMHO weniger etwas mit der Verbreitung zu tun als mit dem Zeitpunkt.
    Angeben musste man sie auch bisher wenn man etwas kaufen wollte. Nun kann/soll man sie schon vorher bei der Ersteinrichtung angeben. Das ist einfach ein psychologischer Trick, an der Stelle stört es nicht, man will ja nichts kaufen. Also wird sie auch nicht belastet, also kurz hinterlegen und weiter.
    Gibt man die Daten aber erst dann ein wenn man etwas kauft bedeutet die Eingabe auch gleich eine Belastung der Karte. Da könnte man noch einmal über den Kauf nachdenken.

    Das betrifft allerdings nur die “doppelte-Erste” Einrichtung, sobald man Google Checkout einmal benutzt hat sind sie ja schon hinterlegt. Beim zweiten Gerät oder einer Neuinstallation wird der Punkt gar nicht auftauchen.

  • Mathias says:

    Die Abfrage der Kreditkartendaten hat IMHO weniger etwas mit der Verbreitung zu tun als mit dem Zeitpunkt.

    Doch ich denke schon. Wenn Google bei 550.000 Aktivierungen täglich die Abfrage der Kreditkartendaten integriert – oder die Abfrage anderer Zahlungswege – dann hat dies sehr wohl einen entschiedenen Impact. Natürlich werden an dieser Stelle nicht alle User die Daten hinterlegen. Wie gesagt, habe damit viele ein Problem, das sind persönliche Daten, die will man nicht jedem geben. Dennoch wird eine hohe Anzahl an Android Nutzern dazu kommen, die Ihre Daten hier speichern und dies hilft Google bei der Abrechnung. Sind die Daten hinterlegt ist die Hürde für den Käufer einer App wesentlich geringer. Zumal der Kunde sich bei einem Durchschnittspreis je App von knapp über 3€ bei einem solch geringen Betrag kaum mehr große Gedanken macht. Das fällt schon fast unter Mitnahmeartikel. Der Kunde kauft schneller und dies steigert den Umsatz. Das sagts Du selbst. Aber je mehr Kunden diesem Vorgehen folgen, desto höher sind auch die Umsätze.



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