14 Monate Haft für Gravenreuth

Februar 7th, 2009 | Posted by Mathias in Computer | Erinnerungen | News | Recht - (Kommentare deaktiviert)

In der IT- und Computer-Szene dürfte der Name “Gravenreuth” wohl inzwischen wirklich jedem bekannt sein. Schon damals als ich noch mit dem C64 und dem Amiga unterwgs war, war der Name dieses Anwaltes nahezu jedem Homecomputer-Nutzer ein Dorn im Auge.

Nachdem bereits in der Hauptverhandlung gegen Gravenreuth, es ging um versuchten Betrug gegen die taz, vierzehn Monate Haft angeordnet wurden, steht nunmehr nach der aus Sicht des Anwaltes gescheiterten Revisionsverhandlung fest: Gravenreuth muß hinter Gitter. Der Anwalt hatte gegen das Urteil Revision eingelegt und unterlag in der Verhandlung vom 02. Februar 2009. Wann er die Haft antreten muß, scheint noch unklar. Doch erwartunggemäß dürfte der Haftantritt in Kürze geschehen.

Die Verurteilung des zu zweifelhaftem Ruhm gelangten Anwalt dürfte wohl vielen ein innerer Reichsparteitag sein.

Hintergründe und Reaktionen:


Justitia in FrankfurtCreative Commons License photo credit: chaouki

Abgemahnt

Der Aufschrei, der vor ein paar Tagen durch die Blogosphäre zog, hallte lange und laut nach.

Was war passiert? Jan Tißler vom Upload -Magazin war aufgrund eines Plugin-Ins zur Kommentarverfolgung abgemahnt worden. Da vermutlich jeder Blogger, der mit dem beliebten Blog-System WordPress arbeitet, diese Plug-In einsetzt, herrschte große Verunsicherung. Viele haben das Plug-In zunächst deaktiviert und nach Alternativen gesucht. Die Möglichen Alternativen habe ich in einem separaten Beitrag kurz beschrieben.

Die Blogger halten zusammen!

Blogger halten zusammen und sie reagieren unheimlich schnell. Die Nachricht von der Abmahnung hatte sich gerade erst so richtig waldbrandartig verbreitet, da kamen schon die ersten Alternativen auf, wie bspw. im WordPress-Magazin, wo man den RSS-Feed für Artikel-Kommentare empfiehlt. Die vermutlich einfachste und älteste Methode.

Inzwischen hat sich allerdings noch mehr getan. Als erstes hörte ich via Blogwiese davon, dass sich Martin dem Subscribe-to-Comments Plug-In angenommen hat, um ein Doubble-Opt-In zu ermöglichen. Double-Opt-In heißt, daß man bei Anmeldung in eine Abo-Liste per Bestätigung noch mal Zustimmt, das Abo wirklich haben zu wollen. Man kennt es  ja aus der digitalen Welt: Datei löschen. Wollen Sie wirklich diese Datei löschen? Ja!… :-)

Problematisch ist bei der Weiterentwicklung des Plug-Ins nun, dass der eigentliche Plug-In Initiator irgendwie nicht dabei ist. Somit ist völlig unklar was passiert, wenn er es selbst updatet. Zuem hat sich in Tobias Kölligan noch ein weiterer Entwickler gefunden, der ebenfalls das Plug-In umgebaut hat.

Eine schwierige Situation für die es meiner Meinung nach eine Lösung braucht. Wird der Urheber der sich aktiv beteiligen? Ist ihm die Arbeit der beiden deutschen Entwickler egal? Wie gehen die Nutzer damit um und welche Version ist besser? Was machen neue Blogger, die diese Welle nicht mitbekommen haben und in Zukunft einfach irgendeine Möglichkeit suchen, um ihre Leser auf dem Laufen zu halten?

Really, REALLY BIG RSS feed buttonCreative Commons License photo credit: photopia / HiMY SYeD

Alternativen zu Beitrags-Kommentar-Verfolgung

Wie bereits im vorigen Beitrag erwähnt, wurde Jan Tißler vom Upload Magazin abgemahnt. Damit man nun nicht auch in die Abmahnfalle tappt, sollte man tunlichst das betroffene Plugin “Subscribe-to-Comments“.

Wie kann man weiterhin Kommentare verfolgen?

Die Frage die sich nun stellt ist, wie man weiterhin Kommentare in anderen Blogs verfolgen soll? Kommentare sind das Salz in der Suppe der Blogs. Ohne Kommentare gibt es keine Interaktion und keine Vernetzung. Wenn ich irgendwo kommentiere, muß ich mich schon selbst daran erinnern, wo und ob ich kommentiert habe, um dann später manuel nachzusehen, ob schon jemand geantwortet hat. Das jedoch ist keine gute Lösung. Der Mensch ist faul und vergesslich – meistens, Ausnahmen bestätigen die Regel.

Inzwischen habe ich einige Alternativen entdeckt bzw.an Ihnen mitgewirkt, so man das denn sagen kann (zählen auch dumme Fragen?) Zum einen kann man auch Kommentare per RSS-Feed verfolgen. Diese Idee hatten Steffen Voß und Simion Columbus aufgebracht. Daraufhin habe ich ein wenig gegoogelt und um WordPress-Forum gefragt. Ausserdem gab es einen Hinweis im WordPress-Magazin, wie man den Feed eines Beitrages verfolgen kann. Soweit die Bordmittel von WordPress. Ich bin mir sicher es gibt auch für andere Blog-Systeme analoge Lösungen, denn auch dort gibt es die latente Gefahr einer Abmahnung.

Weitere Alternativen:

Heike Scholz von mobile Zeitgeist setzt den CommentMailer ein. Obwohl das Plugin eigentlich die perfekte Lösung wäre, da es dem Kommentator erlaubt sich für Kommentar-Updates zu registrieren, dies per Mail-Bestätigung abfragt und sogar bei einem Update in der Mail eine Möglichkeit zum Abbestellen weitere Updates bietet, ist es wohl nicht zu empfehlen. Es enthält demnach ein paar Sicherheitslücken.

Weitere Möglichkeiten wäre dann noch die Inanspruchnahme von disqus und Cocomment. Diese beiden Dienste kann man jeweils in sein Blog einbinden. Ist der Kommentierende im System angemeldet kann er die Kommentare jeweils dort verfolgen. Bei disqus bin ich zwar angemeldet nutze es jedoch nicht. Bei beiden habe ich noch nicht verstanden was passiert, wenn ein Blog die Dienste nicht einsetzt und ich kommentiere. Werden ich dann trotzdem informiert? Sollte doch wohl irgendwie machbar sein, ansonsten ist das ja wenig sinnvoll.