LTE als DSL Alternative?

Juni 26th, 2011 | Posted by Mathias in Fritz!Box | Gadgets | Internet | mobile internet | Mobilfunk | Schaalby | WLAN - (Kommentare deaktiviert)

Als im letzten Jahr die Meldung eintraf, dass es hier in Schaalby ein LTE-Standort der Telekom geben werde, war ich nicht nur überrascht, sondern freute mich auch wie Bolle. Zunächst. Warum?

Nun, wenn man in der Stadt lebt und Breitband ordert, kann man sich so ziemlich alles aussuchen was das Herz begehrt. Geschwindigkeiten von denen ein Landbewohner nur träumen kann. Hier in Schaalby kann man froh sein, wenn man vom rosa Riesen eine 2.000er Leitung bekommen kann. Viele meiner Nachbarn haben grad mal dreihundert-nochwas kBit/s. Kein Spaß, nur surfen.

Durch meinen Kollegen, der bei uns im Unternehmen das Thema LTE betreut, habe ich nun seit einiger Zeit die Möglichkeit einen Speedport LTE und eine Fritz!Box 6840 LTE testen zu können. Beide ebenfalls mit einer SIM-Karte des rosa Riesen Telekom. Vermutlich bin ich zur Zeit ein Kunde von vielleicht einer Handvoll weiteren, die auf dem LTE-Anschluß unterwegs sind. Mein Kollege meint, ich sei sogar der einzige. LTE macht Spaß. Es ist schnell wie ein Ferrari im Vergleich zum meinem DSL2000 und Filme via Youtube, Vimeo und Co sind ein Genuss – HD sei Dank!

Nun gut. Schnell kam der Gedanke auf, ich könne ja selbst einfach von DSL zu LTE wechseln. Hier taten sich jedoch zwei Gegenargumente auf:

  • Wir haben ein monatliches Surf-Volumen von weit über 15 GB, dem Sohn sei Dank (Youtube als Playlist und Lieferant neuer Folgen der Lieblings-Serie). Dies ist in Verbindung mit den LTE-Tarifen und einer Drosselung ab 5GB auf 1Mbit/s leider nicht vereinbar.
  • Auf Anfrage bei den per Twitter sehr aktiven Support Kollegen der Telekom unter @Telekom_hilft, ob für mich überhaupt ein Wechsel auf LTE möglich wäre – eine Online-Abfrage bezüglich eines LTE-Anschlusses wurde bis dahin leider immer negativ bewertet, auch jetzt noch – bekam ich leider eine Absage.

Die LTE-Tarife sind für eine sehr online-aktive Familie eher nicht nutzbar. Es bleibt zu hoffen, dass die Telekom, genauso, wie auch Vodafone, hier an den Tarifen noch einmal arbeitet. Sicherlich ist eine Drosselung in einigen Tarifen sinnvoll, aber wer Breitband nutzen möchte, der wird auch sehr schnell volumen-intensive Dienste nutzen wollen.

In der letzten Woche war nun zu hören, dass LTE von der Telekom jetzt auch als Alternative zum DSL-Anschluss zugelassen werden soll. Ab dem 28. Juni können DSL-Kunden mit niedriger Bandbreite einen LTE-Anschluß bestellen und erhalten bei Abgabe der Bestellung bis zum 31. Juli einen 30 Euro Startbonus. Ein solcher Anschluß bietet allerdings auch nur 3 MBit/s im Downstream an.

Trotz der genannten Gegenargumente zu LTE ist es mehr als positiv zu sehen, dass sich im Breitband-Bereich auf dem flachen Land etwas tut. Wenn die Netze ersteinmal “flächendeckend” ausgebaut sind, dann werden nicht nur die Tarife nutzbarer, sondern auch die zur Verfügung stehende Leistung.

Ende September hieß es Schaalby wird erster LTE Standort der Telekom in Schleswig-Holstein. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich bereits als Interessent bei der Telekom registriert. Eine direkte Anfrage bei der Telekom, ob es schon vorab Tests gäbe und man sich als Tester bewerben könne, wurde kurzfristig beantwortet. Leider werde es keine vorgeschalteten Tests geben.

Inzwischen hat die Telekom nun bekannt gegeben, dass ein LTE-Tarif Call&Surf via Funk mit einem Festnetzanschluß für €39,95 pro Monat zu buchen sei. Start hier in Schaalby soll nun der April sein. Neben den Grundgebühren muß der künftige LTE-Kunde bei der Telekom noch einen LTE-Router erwerben. Die Preismodelle hierfür sind noch nicht bekannt, das Modell selbst wird der WLAN-Router Speedport LTE B390 sein und aus dem Hause Huawei stammen. Allerdings sehe ich bei dem Tarif in dieser Ausprägung noch einige Probleme. Teltarif schreibt:

Die maximale Datenübertragungsrate der HSPA- oder LTE-Anschlüsse der Telekom wird bis zu 3 MBit/s im Downstream und bis zu 500 kBit/s im Upstream betragen. Zwar entstehen Nutzern auch bei größeren und Datenübertragungen über den Mobilfunk-Internet-Anschluss keine weiteren Kosten für den Internetzugang, allerdings reduziert die Telekom bei intensiverer Nutzung die für den Kunden verfügbare Bandbreite. Sobald die übertragene Datenmenge die Grenze von 3 GB überschreitet, beschränkt die Telekom für die verbleibenden Tage in dem jeweiligen Monat die Übertragungsrate auf bis zu 1 MBit/s. Bei einer Datenmenge von 5 GB wird die Anschluss-Geschwindigkeit weiter auf bis zu 384 kBit/s im Downstream gedrosselt.

Dies wird die Kunden weniger erfreuen. Jedenfalls in diesem Tarif. Schaue ich mal flugs auf den Datenbedarf meiner Familie in diesem Monat, dann liegt dieser jenseits der 25GB. Damit kommt dieser Tarif für uns schon einmal nicht in Frage. Bleibt die Hoffnung, dass die Telekom noch andere, tragbare, Tarife auf den Markt bringt. So wird das nichts!

Finnland macht Breitband quasi zum Grundrecht

Oktober 15th, 2009 | Posted by Mathias in Internet | Kommunikation | Mobilfunk | Web - (Kommentare deaktiviert)

BeBox/SpeedTouch 585v6 FrontTechcrunch berichtet, dass in Finland ab 2010 der Zugang zum Internet mit mindestens 1MBit zum Grundrecht wird. Dies ist jedoch nur ein erster Schritt, denn in 2015 soll dieses Limit bereits Geschichte sein. Gesetzlich verbrieft ist ab diesem Jahr ein Breitbandzugang zum Internet von mindesten 100MBit. Ob dieser Zugang via DSL, UMTS, Satelit whatever gegeben werden muß, steht dabei nicht fest. Auf jeden Fall dürften auf die jeweilgen Provider hier neben einigen Investitionen in die Zugangstechnik auch bald höhere Umsätze folgen.

Ein wenig revolutionär ist auf jeden Fall, dass Finland hier vorprescht und den Breitband-Zugang quasi zum Grundrecht macht.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, was die in Kürze stattfindende Versteigerung neuer Funk-Frequenzen in Deutschland durch die Bundesnetzagentur ergeben wird.  Digitale Dividende ist hier das Stichwort.

via: Techcrunch -Applause For Finland: First Country To Make Broadband Access A Legal Right

Creative Commons License photo credit: Theo R

AVM´s Fritzboxen mit WLAN N-Standard

Oktober 7th, 2009 | Posted by Mathias in Fritz!Box | Gadgets | Internet - (Kommentare deaktiviert)

Aus dem AVM Newsletter:

AVM mit neuem Angebot bei WLAN USB SticksWLAN N-Produkte sind doch schon eine ganze Weile auf dem Markt? Stimmt. Aber der entsprechende Standard wurde erst jetzt ratifiziert. Macht nichts: AVM hat von vorneherein auf diesen Standard gesetzt. Sie können WLAN N-Produkte von AVM daher einfach wie gewohnt nutzen.

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihnen
Ihr AVM-Newsletter-Team

Gut für die Besitzer von Fritz! Boxen mit dem WLAN N Standard. Aber es gibt auch sehr gute und günstige Router im Markt, z.B. von Linksys.

BeBox/SpeedTouch 585v6 BackCreative Commons License photo credit: Theo R

Gedanken zum Ausbau der Breitbandversorgung

Der grüne Netzbetreiber will nunmehr also sein Netz aufbohren und den Massen Zugang zum mobilen Internet mit 236,8 kBit/s abieten. E-Plus will dazu sein Netz im Jahr 2009 entsprechend mit EDGE aufrüsten. Aber Achtung: auch hier heißt “flächendeckend” nichts anderes als 90% des Netzes.

Auch dieses Aussage ist in meinen Augen etwas schwammig. Im Rahmen der Mobilfunk-Netzplanung schaut man sich beim Aufbau eines Netzes zunächst innerhalb eines Landes/Staates an, wie die regionale Bevölkerungsverteilung aussieht. Dort, wo man glaubt in kurzer Zeit möglichst viele Kunden zu erreichen, startet man den Netzausbau und den Netzbetrieb logischer Weise als erstes.  So erreicht der Netzbetreiber in möglichst kurzer Zeit den ROI. Im Zusammenhang mit der oben gennanten Flächendeckung und den “90% des Netzes”, stellt sich mir nun die Frage, was uns E-Plus damit wirklich sagen will.

Vielleicht errinnert sich noch der ein oder andere an die Auflagen der UMTS-Lizenz-Versteigerungen und den damit verbundenen Lizenz-Auflagen, die durch die damalige Regulierungsbehörde – heute BNetzA – ausgegeben wurden. Innerhalb gewisser Fristen mußte ein gewisser Prozentsatz an UMTS-Netzabdeckung erreicht werden. Die Netze legten dies so aus, dass man sich auf z.B. 25% der Bevölkerung festlegte und nicht auf die räumliche Abdeckung des Bundesgebietes von 25% der Fläche. Letzteres wäre natürlich um einiges teurer gewesen. Da die Lizenzen aufgrund der Versteigerung eh schon nicht ganz billig waren, stellt dies einen sehr logischen Schritt für ein betriebswirtschaftlich agierendes Unternehmen dar.

Vor diesem Hintergrund ist also die Aussage seitens E-Plus etwas unklar. Weiterhin heißt es nun im aktualisierten Artikel, in Bezug auf die Frage nach dem UMTS-Ausbau im E-Plus Netz, dass “man (wolle) sich nicht nur von technischen Kennzahlen treiben lassen” (wolle).

Dazu habe ich zwei Punkte:

Dem Nutzer ist gelinde gesagt vollkommen wurscht, welche Technik er nutzt,  um ins Internet zu gelangen, solange es Breitband ist. Er will die Vorzüge des heutigen Netzes auch nutzen können, möglichst zu jederzeit, optional auch an jeden Ort. Zu nennen wären hier Dienste wie Musik-Streaming, WebTV, Videodownloads, Youtube usw.  Außerdem sollte das ganze nicht zu teuer sein.

Somit sind wir beim zweiten Punkt. Natürlich ist es ein Modell, sich die bevölkerungsstärksten Regionen auszusuchen und dort in kurzer Zeit den Break Even zu schaffen. Vorausgesetzt man kann sich gegen Mitbewerber, die analog handeln durchsetzen und genügend Kunden erreichen.  Warum aber versucht man es nicht auch einfach mal auf die andere Art? Es gibt in ländlichen Regionen genügend breitbandwillige Kunden, die auch gern 5-10€ mehr ausgeben würden, wenn sie nur endlich einen Breitband-Zugang bekommen würden.

Ich bin überzeugt, dass es für einen kleineren Anbieter durchaus ein sehr lohnendes Geschäftsmodell darstellen kann, jetzt und heute damit anzufangen ländliche Regionen zu erschließen. Mit welcher Technik ist dabei wirklich mehr als egal. Warum sollte sich eine E-Plus, die sich ja im Markt schon eine ganze Zeit lang quasi revolutionär verhält (BASE, Simyo, Verkauf des eigenen Netzes!) nicht auch beim UMTS-Netzausbau gegen den Trend entwickeln?

Glücklicherweise habe ich noch geradeso DSL2000 zu Hause bei mir auf dem Dorf. Mich würde aber nichts davon abhalten auf ein UMTS Angebot zu wechseln, sobald dies verfügbar wäre, wenn es nur ein wenig schneller wäre. Aber ich sehe das nicht so, weil es mich persönlich betrifft. Es gibt in meinem Umfeld und im Umfeld derer eine große Zahl von möglichen Kunden für so einen Diensteanbieter.

Seht ihr das ähnlich? Könnte ein Netzanbieter damit wirklich Geld verdienen? Wie ist Eure persönliche Situation? Was für einen zugnag habt ihr und welchen hättet ihr gern? Was dürfte es kosten?